Dieser Tage beschäftigt mich eine Gegebenheit, die ich gerne “Das Anwendungsdesign-Phänomen” taufen würde.
Als gemeiner Programmierer sieht’s doch ungefähr so aus: Man kennt seine Sprache, Entwicklungsumgebung, Schnittstellen, Frameworks, Best Practises. Auf der Suche nach der pfiffigsten Architektur und geschicktesten Realisierung dürfte folgende Darstellung relativ trivial daherkommen:

Mehrschichtigkeit, MVC, MVP, Modularität – alles schon bekannt. Ist ja auch schön und gut – aber für die Leute, die hinter unsere Brötchen bezahlen, sieht es doch letztendlich so aus:

Was ich meine: Während die meisten Programmierer auf vorgefertigte Toolkits, Widget-Sets oder UI-Frameworks zurückgreifen, um ihre Oberflächen zusammenzubacken, gibt es einen ganzen Schlag an Designern, die den ganzen Tag nichts anderes machen, als sich mit der Wahrnehmung für den Benutzer zu beschäftigen. Gleichzeitig lässt sich mit Endanwendern stundenlang über Oberflächenentwürfe schwadronieren, während aus Sicht des Technikers essenzielle Architekturfragen vergleichweise winzige Diskussionszeitrahmen erhalten.
Also: Haltet eure Oberflächen getrennt von allem Anderen. Macht eure erste Version so gerade noch benutzbar, denn die Zeit ist garantiert knapp und garantiert fangt ihr bei den Extras als erstes an zu Kürzen. Macht danach denn zweiten Schritt und bringt das Ganze zum glänzen.
In dieser Präsentation gibt’s mehr dazu – und die Bilder von oben.

